„System Change not Climate Change“ – Aber wie?!

Warum die Klimakrise eine intersektionale Herausforderung ist

Digitale & öffentliche Ringvorlesung, Sommersemester 2021, Dienstags, 18:00 – 19:30, online

Es ist wieder soweit: Eine zweite von uns organisierte Ringvorlesung an der Uni Hildesheim steht an! Aufgrund der Pandemie wird diese erneut in einem ausschließlich digitalen Format stattfinden und explizit nicht nur für Studierende, sondern für alle interessierten Menschen geöffnet sein. Die Zugangslinks werden über diese Website veröffentlicht und es gibt aufgrund des Online-Formats keine Begrenzung an Teilnehmenden. Ausführliche Infos zum Thema der Veranstaltung gibt es weiter unten auf dieser Seite.

In der Zeit von Dienstag, dem 13.04. bis Dienstag, dem 13.07., werden jeden Dienstagabend von 18:00 bis 19:30 Uhr Online-Vorträge über die Videokonferenzplattform Zoom stattfinden. Sofern die jeweiligen Referierenden zustimmen, werden wir die Vorträge zusätzlich parallel auf unserem YouTube-Kanal livestreamen.

Credits für das tolle Design an Pia Chwalczyk

Anrechnung (Infos für Studis der Uni Hildesheim)

Die Ringvorlesung ist erneut für Studierende der Uni Hildesheim in sehr vielen Studiengängen anrechenbar, sodass 2, 3 oder 4 LPs (je nach Modul) für die Veranstaltung erworben werden können. Studierende aus Studiengängen, in denen die Anrechnung möglich ist, können sich im LSF für diese Veranstaltung (Nummer: 1571) anmelden.

Genauere Details zur Anrechnung (Art der Leistungsnachweise, zuständige Dozierende etc.) werden in der Einführungsveranstaltung von uns am 13.04. geklärt. Bei Fragen könnt Ihr Euch gern per Mail unter info@studentsforfuture-hildesheim.de an uns wenden.

Studierende aus Studiengängen, in denen die Anrechnung leider nicht möglich ist, können die Veranstaltung trotzdem gern besuchen! Die Zugangslinks werden über unsere Website veröffentlicht und es gibt aufgrund des Online-Formats keine Begrenzung an Teilnehmenden. Am Ende des Semesters kann die Veranstaltung dann als Zusatzleistung ohne LP auf dem Transcript of Records verbucht werden.

Wir werden außerdem versuchen, es zu ermöglichen, die Vorträge im Anschluss zu speichern und über unseren YouTube-Kanal öffentlich zugänglich zu machen. Sollte dies nicht bei allen Vorträgen möglich sein, wird zumindest eine Aufnahme für Studierende der Uni Hildesheim über das Learnweb der Veranstaltung verfügbar sein.

Zum inhaltlichen Schwerpunkt der Ringvorlesung

Die weltweite For-Future-Bewegung nutzt für ihre Proteste gern und häufig den Slogan „System Change not Climate Change“. Auch wir von Students for Future Hildesheim sind Teil dieser Klimagerechtigkeitsbewegung und führen das Motto auf unserem Banner.

In dieser Ringvorlesung wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, was genau eigentlich hinter dem Spruch steckt. Warum setzen sich Klimagerechtigkeitsbewegungen nicht einfach für Ökologie und Klimaschutz ein, sondern für einen Systemwandel? Was bedeutet überhaupt Klimagerechtigkeit und warum ist sie eine soziale Frage? Und was gibt es bereits für Lösungsansätze, um einen solchen Systemwandel zu erreichen?

Wir sprechen von Klimagerechtigkeit und nicht nur von reinem Klimaschutz, um die soziale Komponente dieser Krise hervorzuheben. Sie trifft nämlich nicht alle Menschen gleich, sondern wirkt sich entlang der verschiedenen strukturellen Diskriminierungsformen wie z.B. race, Geschlecht und Klasse unterschiedlich stark aus und trifft dabei marginalisierte Personengruppen deutlich härter. Aus Gründen der Sichtbarmachung solcher Mehrfachdiskriminierungen ist der Begriff der Intersektionalität entstanden.

In dieser Ringvorlesung soll es daher in der Einführungsveranstaltung zunächst darum gehen, diesen sperrigen Begriff näher zu beleuchten und ihn im Kontext von Klimagerechtigkeit einzuordnen. Wir verstehen unter dem Begriff der Intersektionalität die Schnittmenge von Ökologie mit allen anderen strukturellen Unterdrückungsformen wie z. B. Rassismus, Sexismus und Klassismus.
Warum ist die Klimakrise eine intersektionale Herausforderung und was genau bedeutet intersektionale Klimagerechtigkeit? Und warum kann Klimagerechtigkeit nur erzielt werden, wenn alle Aspekte der oben beschriebenen Schnittmenge mitgedacht werden?

Im weiteren Verlauf der Vorlesung werden verschiedene Expert:innen zu den genauen Zusammenhängen zwischen der Klimakrise und strukturellen Diskriminierungsformen zu Wort kommen. Warum kann es in wachstumsorientierten Wirtschaftssystemen keine Klimagerechtigkeit geben? Wieso sind FLINTA*-Personen stärker von der Klimakrise betroffen als Männer? Was bedeutet Umweltrassismus? Inwiefern ist der Kampf für Klimagerechtigkeit auch ein Klassenkampf? Und was gibt es noch für Unterdrückungsformen, mit denen die Klimakrise in Verbindung steht?

Diese und viele weitere Fragen sollen im Rahmen der Ringvorlesung erörtert werden. Da wir es aber nicht bei reinen Problemanalysen belassen möchten, wollen wir auch versuchen, möglichst vielen internationalen Klimaaktivist:innen, vornehmlich aus Ländern des sogenannten Globalen Südens, die Möglichkeit zu geben, im Rahmen dieser Veranstaltung Lösungsansätze und Best-Practice-Anregungen z.B. über antirassistischen Klimakampf zu präsentieren. Zum Ansatz von intersektionaler Klimagerechtigkeit gehört nämlich auch die Erkenntnis, dass die Klimakrise vor allem in Ländern der Südhalbkugel schon lange real und kein Problem der Zukunft ist und somit dort schon viele innovative Lösungsansätze bestehen.

Auf diese Weise möchten wir Perspektiven aufzeigen, wie ein solcher von der For-Future-Bewegung geforderter internationaler und intersektional gedachter Systemwandel möglich sein kann. Wir freuen uns, wenn auch Du Dich dabei beteiligst, mitdenkst und mitdiskutierst!